Enrico BAJ

1924 – 2003 

Enrico Baj war Maler, Bildhauer, Protagonist der Avantgarde der Fünfziger- und Sechzigerjahre und einer der größten zeitgenössischen Künstler Italiens. Seine Collagen, polychrom und aus unterschiedlichsten Materialien gestaltet, bringen in ihrer Verspieltheit und Ironie Bajs satirische Ader am besten zum Ausdruck: Das Zerstückeln von Formen steht für das Verpuffen von Materie und Bild. Das Nebeneinander von Malerei und Literatur stellte für Baj eine schier unversiegbare Quelle der Inspiration dar. Seine Beziehungen zu in- und ausländischen Dichtern und Schriftstellern sind durch Drucke und Multiples seiner etwa fünfzig Künstlerbücher belegt. Sie reichen von Dichtern der klassischen Antike wie Lucretius, Martial und Tacitus, bis zu Autoren jüngerer Zeit wie Lewis Carrol, John Milton, André Breton, Edoardo Sanguineti, Roberto Sanesi, Umberto Eco und Alda Merini. Mit den Marionetten, die er 1984 für Alfred Jarrys Stück König Ubu entwarf, fand er auch in der Theaterwelt Anerkennung. Als rastloser Künstler und Intellektueller ging sein kreatives Schaffen immer auch mit Betrachtungen über Kunst einher. Baj stellte in den größten Museen und Galerien der Welt aus.

Foto © Paolo Monti, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons