Enrica BORGHI

1966

Nach ihrem Studium an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand bestreitet Enrica Borghi in den 1990er Jahren ihre ersten Ausstellungen. Ihr künstlerisches Ausdrucksmittel ist die Fotografie. Darüber hinaus schafft sie anthropomorphe Installationen, indem sie Abfallprodukte wie Pralinen- und Bonbonpapier, Plastiktüten aus dem Supermarkt und andere, biologisch nicht-abbaubare Stoffe recycelt. Daraus gestaltet sie Venusfiguren, Kopien klassischer Statuen, die sie mit künstlichen Fingernägeln und Lockenwicklern ausstattet. Ihr künstlerisches Schaffen ist auf Materialien und Gegenstände fokussiert, die gemeinhin der weiblichen Welt zugerechnet werden. Das Interesse für diese Materialien und das Verklärende, das der weiblichen und häuslichen Welt anhaftet, thematisiert Borghi in der Skulptur La Regina, un‘installazione per bambini: Auf den ersten Blick erinnert das gigantische Kleid an eine Märchenkönigin, bald aber erschließt sich dem Betrachter eine andere, geheimnisvolle Ebene. Die Installation besteht aus über fünftausend gebrauchten Plastikflaschen und einer Unmenge Plastiktüten. Das Ergebnis: eine Installation, die Abfallprodukte unserer Konsumgesellschaft zu hochwertigen Stoffen aufbereitet und deren mysteriöse Aura die Gestalt einer märchenhaften Ikonografie evoziert.