Carla ACCARDI

1924 – 2014 

Carla Accardi ist eine der originellsten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit und eine der wichtigsten Exponentinnen abstrakter Kunst in Italien. Mit Begeisterung betrieb sie über ein halbes Jahrhundert lang systematische Studien zu Zeichen und Farbe, was in der weiteren Entwicklung zur Überwindung der Zweidimensionalität der Malerei führte: Sie konzipierte räumliche Formen aus Plastikfolien, Sicofoil, und trug transparente Pinselstrichmuster auf. Damit stellte sie eine Beziehung zwischen Werk und Raum her, die in den 1970er Jahren in den Tende („Zelte“) mündete: echte, bewohnbare und begehbare Strukturen. In den Achtzigerjahren experimentierte sie mit anderen Materialien, z. B. mit grober Leinwand, aus der Farbschichten unterschiedlicher Intensität austraten. Die über Jahrzehnte betriebenen Studien zeichneten sie als kreative und kohärente Künstlerin aus. Große Formate und kräftige, entschlossene Farben verleihen ihrer Malerei beispiellose Intensität. Zahlreiche Ausstellungen in aller Welt etablierten sie als Künstlerin von internationalem Rang.

Foto © Mireille Hoster